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Die Geschichte Islands

Etwa im Jahre 432 wurde Island zum erstenmal von irischen Mönchen , die auf der Suche nach einem ungestörtem Ort zur Meditation waren, besiedelt. Die Siedlungen der Mönche konnten sich jedoch nicht über einen längeren Zeitraum halten, da die Gemeinden nur aus Männern bestanden und sich somit nicht vermehren konnten. Im 9. Jahrhundert kamen die Norweger, auf ihrer Flucht vor dem norwegischen Tyrannen Harald Schönhaar, der auch der erste König Norwegens war, in Island an.

Um 930 lebten etwa 25000 Menschen auf Island. Nach der Besiedlung durch die norwegischen Wikinger folgte ein Auswanderungsprozess, der zumeist mit Abenteuerlust oder mit dem Verlangen nach mehr Landbesitz begründet war. Im 10.Jahrhundert, genauer 930, entstand der gemeinschaftliche Althing, ein Parlament das die Möglichkeit bot, bestimmte Streitfragen zentral zu schlichten. Das Althing tagte jedes Jahr für zwei Wochen in Thingvellir. 1012 ließ ein Prozessführer , der einen Verlust seines Falls witterte, seine Privatarmee aufmarschieren und verwandelte Thingvellir in ein Blutbad, woraufhin der Prozess wieder aufgenommen wurde. Ein ordnungsgemäßer Verlauf der Rechtssprechung war demnach kaum jemals im Althing gewährleistet.

Auch unter den Isländischen Häuptlingen kam es ständig zum Streit um ihre jeweilige Autorität. Einen weiteren großen Konfliktpunkt barg der Versuch Thorwald Kodransson des Weitgereisten, das orthodoxe Christentum einzuführen. 984 tötete Thorwald blindlings zwei Gegner des Christentums, woraufhin er von der Insel verbannt wurde und die Missionsarbeit aufgab.

Größeren Zuspruch fand das Christentum unter dem norwegischen König Olaf  Tryggvasun, der den Missionar Thangbrand nach Island schickte. Thangbrand konnte mit seinen Terrormethoden in Island nicht viel erreichen, so dass er nach zweijährigen Aufenthalt in Island 999 nach Norwegen zurückkehrte und seine Mission für gescheitert erklärte. Daraufhin ließ Olaf Tryggvasun alle heidnischen Isländer hinrichten. Im Jahre 1000 wurde in Island , auf Druck Norwegens hin, das Christentum als offizielle Religion eingeführt. Die Isländer mussten viele alte Sitten aufgeben, wie z.B. das Essen von Pferdefleisch, die Verehrung von Heidengöttern und das Aussetzten unerwünschter Kinder. Ab 1116 wurde die Verbreitung des Christentums durch Olaf Haraldson, der Thronfolger des in einer Schlacht gefallenen Olaf Tryggvasun, beschleunigt.

1030 schien Island seine stürmischen Zeiten hinter sich gebracht zu haben: das Verlangen nach Bildung verbreitete sich unter den Isländern; viel lernten lesen und schreiben. 1262 erhielt der norwegische König Haarkon, durch die Unterwerfung des Althings, das Recht auf Steuereintreibung. Wieder stellten sich ständige Unruhen ein und Island ordnete sich mehr und mehr Norwegen unter.

Durch die Vereinigung  Norwegens, Dänemarks und Schwedens wurden 1397 die Dänen Herrscher über Island. Island ging es fortan immer schlechter: der Handel wurde gänzlich lahmgelegt und Naturkatastrophen suchten die Insel ständig heim. 1627 wurde die Insel von 3000 barbarischen Piraten überfallen, die ein wahres Massaker anrichteten: Viele Menschen wurden getötet, Mädchen wurden an Harems verkauft, junge Männer wurden  zu Sklaven gemacht und viele weitere Isländer wurden gefangen genommen. Die Zeit der Reformation erlebte Island unter der Fuchtel Dänemarks, das als absolutistische Monarchie zu einem tyrannischen Monopol wurde und Islands Schicksal fortführte. 1809 kam der Däne Jorgen Jorgensen nach Island und startete eine Revolution für die Unabhängigkeit Islands von Dänemark. Das seit 9 Jahren abgeschaffte Althing wurde wieder eingeführt und ein neues Regime entstand. Dies hielt jedoch kaum einen Monat, da die Revolution von Engländern zerschlagen wurde und Jorgensen festgenommen wurde.

1830 erhielt Island zwei von 70 Sitzen in einem beratenden dänischen Organ und das Althing wurde wieder eingeführt, das von nun an in Islands neuer Hauptstadt Reykjavik tagte. Dänemark reagierte nicht auf Islands Wunsch nach Unabhängigkeit, hob jedoch 1854 das Handelsmonopol auf. Erst am 1. Februar 1904 erlangte Island die Selbstverwaltung. Am 1. Dezember 1918 wurde Island ein souveräner Staat mit eigener Flagge und löste sich über einen Vertrag beinahe ganz von Dänemark. 1940 sollte dieser Vertrag verlängert werden, doch Island war von Großbritannien und Dänemark von Deutschland besetzt. Island nahm alle Angelegenheiten in die eigene Hand, was 1944 zu dem Entschluss führte, die Union zu beenden und eine neue Verfassung zu schaffen. Auf vier Jahre wurde der erste isländische Präsident Sveinn Björngson gewählt. Als Gründungsmitglied der NATO verlor Island seine Neutralität. 1951 wurden Luftstützpunkte der Marine in Island angelegt, wodurch es zum Angriffsziel eines möglichen Atomkrieges wurde. 1987 wurde ein Zivilflughafen auf Island errichtet, woraufhin sich die US-Militäreinrichtungen aus dem Bewusstsein zurückzogen. Heute ist Island eine Industrienation, deren Gesellschaft einen der höchsten Lebensstandards genießt und ein umfassendes Sozialsystem besitzt.

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